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26 Kommentare zu „Textupload

  1. Webinar 4, Impuls 2, Meeresstrandgedicht

    Meeresstrand
    Füße im heißen Sand.
    Selfie vor rotorangenem Sonnenuntergang
    kreischende Möwen, kein Himmelsgesang.
    Hunderte Touristen
    am Felsen dicht an dicht,
    lärmen und drängeln,
    nehmen die Sicht.
    Schäumend wogt das Meer,
    schaukelt bunte PET-Flaschen hin und her.
    Die Sonne ist untergegangen
    der Himmel jetzt wolkenverhangen.
    Der Fels jetzt wie leergefegt
    weil sich alles zum Clubbuffet bewegt.
    Alle mit flottem Schritt
    habe Hunger, beweg mich mit.

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  2. Webinar 4, Impuls 1 Klanggedicht:

    Annas Mann
    kam grad dran.
    Anna fasst ja
    dann und wann
    auch Anjas Mann
    mal ganz hart an.
    Ach, armer Mann.

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  3. Sigrid will Prinz Pirmin
    Ihr Prinz will Dirn‘ mit Birn‘
    Prinz Pirmin Ihr irrt, spricht Sigrid
    Dirn‘ mit Birn gibt’s nicht

    Sigrid chill, spricht Prinz Pirmin
    Bist schick, nicht dick
    Mit Hirn, nicht Birn‘
    willst Zwirn mit Trick

    Stimmt nicht, spricht Sigrid
    Still Sigrid, spricht Prinz Pirmin
    Bist nicht firm, nimm dir Schirm
    Sigrid spinnt

    Prinz Pirmin winkt:
    bringt mir spitze Dirn‘
    Sigrid stinkt
    schickt Blitz mit Blick

    Prinz Pirmin blinkt
    Dirn’ mit Birn‘ sinkt,
    Prinz Pirmin schwingt,
    Dirn‘ mit Prinz singt

    Sigrid spinnt
    Sigrid glimmt
    Ich kill dich!
    sinnt Sigrid blind

    Nimmt sich Schirm
    sticht Prinz Pirmins Stirn
    trifft Prinz Pirmins Hirn
    Prinz Pirmin ist still

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  4. Aufgabe Webinar Nr. 3.

    1. Impuls:

    KREISCHENDE stille
    KREISCHENDE stille stille
    KREISCHENDE stille stille endet.
    KREISCHENDE stille stille
    KREISCHENDE stille

    2. Impuls

    Sommerregen
    Sommerregen auf dem Gesicht
    warmer Sommerregen auf dem Gesicht
    warmer Sommerregen auf dem Gesicht und deine Lippen
    so weich und nass

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  5. Webinar 4: Impuls 2:

    -Meeresstrand-

    Berauschendes Rauschen
    liegt in der Luft.
    Glitzerndes Leuchten.
    Meeressalzduft.

    Umwogende Wellen wiegen sanft
    herbei.
    Während der Tag in der Nacht verglimmt.
    Wie Zauberei.

    Das Wasser ist kalt und warm zugleich.
    Zwischen Steinen und feinem
    Sandstrand,
    ist man mitten im Leben und am Rand
    desselben,
    wenn wir verbunden mit der Natur zwischen dem Jetzt
    und Erinnerungen schwelgen,
    verstehen,
    dass es das Eine ohne das Andere nicht gibt.
    Sterben werden wir sowieso,
    und am besten geliebt.

    So geht es raus in weite Ferne.
    Dort am Meeresstrand.
    Wo zwischen Wellen kommen
    und Wellen gehen
    das Leben
    einfach so
    verschwindet;

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  6. Webinar 4: Impuls 1: Klanggedicht

    -Ellen’s Elend-

    Herr Peter kennt Ellen,
    Ellen kennt Metzger Sepp,
    Metzger Sepp kennt Herrn Peter.
    Es werden leckere Kekse gegessen.
    Nettes Fest!
    Herr Peter bestellt Efes.
    Metzger Sepp bestellt Egger.
    Edel bestellt Ellen elf Erdbeersekt!
    Es schmeckt.
    Kehle bebt belebt.
    „Mehr! Mehr! Becher leer.“ meckert Ellen
    Ellen steht,
    Ellen geht,
    Ellen stellt Wellen fest.
    Segelnde, bewegende Wellen.
    Jedweder Weg bewegt,
    derb.
    Ellen erhebt hetzend den leeren Becher, weht Geld nebst Spesen.
    Versessen bestrebt mehrere Erdbeersekt versenken.
    Schlemmen.
    Becher heben,
    bechern eben.

    Herr Peter begehrt Ellen.
    Lecker Ellen!
    Bestes Eheleben.
    Gehegtes Nest, Pferde stehlen, Bengel pflegen, Erde fegen,
    selten reden!
    Verkehr geregelt!
    Ehebett bebt.
    Experte eben, Herr Peter versteht.
    Reges Eheleben eben,
    wenn
    Ellen Erdbeersekt entbehrt.
    Enger Steg Herr Peters Verehrerleben.

    Jetzt.
    Kegelt Ellen dem Erdbeersekt entgegen.
    Der Erdbeersektsegen verwelkt Ellens Wesen.
    Elf Becher,
    zehn Becher,
    sechs Becher
    gewesen.
    Ferner bemerkt Ellen erschreckend Metzger Sepp,
    bellen,
    wedeln.
    Ellen senkt Elle,
    senkt Becher,
    denkt.
    „Besser Tee!“ bekennt Herr Peter
    Ellen
    denkt.
    „Lecker Erdbeersekt.“

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  7. Meine Versuche zum zweiten Textimpuls (Video 3):
    Baum
    Baum auf Klippe
    Kahler Baum auf Klippe
    Kahler Baum auf Klippe und gieriger Geier
    Gierig

    Leben
    Leben mit Liebe
    Leuchtendes Leben mit Liebe
    Leuchtendes Leben mit Liebe und Lachen
    Lachen

    Mit dem zweitem Bauplan bin ich nicht ganz klargekommen deshalb habe ich ihn etwas abgewandelt :p
    Arbeit
    Arbeit am Tag
    Arbeitseifer am Tag
    Arbeitseifer am Tag nach der erholsamen Nacht
    Eifer am Tag nach der erholsamen Nacht
    Eifer am Tag nach der erholsamen Nacht
    Tag nach der Nacht
    Tag
    Erholsam die Arbeit vertagt

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  8. Den Schreibtisch leer räumen soll ich. Frei. Gänzlich nackt. Nein, das geht so nicht. Dieser Tisch der lebt von aufgerissenen Kuverts als lieb gewonnen Schmierzettel, von Gläsern und Tassen mit dem letzten Schluck kalten Kaffee von vorgestern Morgen, von Rechnungen und To-do-Listen – wahrlich ein Abklatsch der beinharten Realität. Dem vollgekritzelten Kalender soll ich seinen Platz nehmen. Den Stiften, die mehr herausgeräumt als genützt werden, denn man hat ja den EINEN Kugelschreiber. Bücher! – meine Güte es gehört zu ihrer Existenz von einer Ecke zu anderen geschoben, gehievt und gestapelt zu werden. Ach, also den Schreibtisch, ohne allem so betrachten zu wollen, das kommt gar nicht in Frage. Zweifellos der Haargummi würde sein Paketklebeband vermissen. Lesezeichen und Radiergummi entzweit. Vorbei wäre die Anziehung zwischen Magnet und Büroklammern. Mich zerreißt‘s. Wo sollen die Texte wohnen? Die Worte sich wohlfühlen? Die Finger spielerisch von der Taste abgleiten? Was wollen die Hände der Gedanken fassen? Wohin der Blick reisen? Zerstreuen, um zu konzentrieren. Abweichen, um zu fokussieren. Mir würden die Erinnerungen an den Alltag verloren gehen und somit mein Halt und Anker. Leer geräumt wäre ich, gänzlich nackt, möglicherweise frei.

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  9. Webinar 3: Impuls 2: Wachsgedichte schreiben

    – Umbruch –
    Blätter
    Blätter im Herbst
    Fallende Blätter im Herbst
    Fallende Blätter im Herbst und kalter Wind
    Kalt.

    – Erleichternde Erfrischung –
    Regen
    Regen im Sommer
    Warmer Regen im Sommer
    Warmer Regen im Sommer und weiße Wolken
    Weiß.

    – Sein –
    Gefühl
    Gefühl im Zentrum
    Wunderschönes Gefühl im Zentrum
    Wunderschönes Gefühl im Zentrum und innige Umarmung
    Innig.

    – Die Tiefe des Wassers –
    Meer
    Meer im August
    Meeresrauschen im August
    Meeresrauschen im August nach der leisen Nacht
    Rauschen im August nach der leisen Nacht
    August in der Nacht
    August
    Leise macht Verlust

    – Stoppt Rassismus –
    Haut
    Haut am Körper
    Hautfarben am Körper
    Hautfarben am Körper nach der menschlichen Geburt
    Farben am Körper nach der menschlichen Geburt
    Farben der Geburt
    Farben
    Menschen starben

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  10. Webinar 3-Impuls1: Bildwort

    links
    links
    links
    links
    links
    links
    links
    links
    mitte
    links
    links
    links
    links
    rechts
    links
    links
    links
    links

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  11. Impuls 2 – 4 Mögliche Anfänge:

    Die Hitze des Tages legte sich über die Häuser und versetzte das ganze Dorf in eine mittägliche Lethargie. Nur die Krähen zogen kreischend ihre Kreise über den Kirchturm und brachten sie in eine seltsame Unruhe. Endlich sah sie ihn, wie er ohne Eile die Straße herauf schlurfte. Sie stand von der Bank auf und richtete ihr Kleid zurecht. Es sollte das letzte Mal sein, dass sich ihre Wege hier kreuzen.

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  12. Impuls 1: Der Brief an sich selbst – Feedback zur Methode

    Ich finde diese Methode gut, da die Anregung zu Reflexion und der (Ein)Sicht von außen bestärkt wird. Für mich wäre diese Übung besonders vor kurzem interessant gewesen, als ich sehr in einer Blockade gefangen war, nicht wusste was los war. Zuvor ist alles geflossen und plötzlich kam es ins Stocken. Ich wusste nicht ob das üblich ist und es anderen auch so ergeht. Reflektieren, Recherchieren und Feedback hat mir geholfen wichtige Aspekte zu erkennen. Nämlich jene, dass ich mich selbst zu sehr fordere, mir zu wenig Pausen gönne. Dass ich zu viele Gedanken gleichzeitig habe und es ok ist sie erst mal festzuhalten ohne einen vollendeten Text zu erwarten. Dass all die Zeilenkritzeleien, welche vielleicht momentan wenig Sinn ergeben nicht gering geschätzt und aufbewahrt werden sollen, weil sie zum Prozess des Schreibens dazugehören. Dass auch Reizüberflutung/Ideenreichtum zu einem Problem führen kann. Durch die Definitionsänderung von Schreibblockade zu Schaffenspause konnte ich sie annehmen und integrieren. Ich bin neu in der Schreibkulturwelt und merke, dass mir ein Guide/Orientierung fehlt, was mir einerseits viel Freiheit bietet, andererseits wäre einiges einfacher wenn mich jemand herumführt. Deshalb finde ich dieses Online-Literaturforum sehr spannend, hilfreich und bereichernd. Ich merke wie wichtig das Erlernen von Basics ist, vieles wurde für mich bisher nochmal deutlicher und konnte gefestigt werden. Meinen Brief an mich selbst poste ich nicht, er ist zu lang geworden 😉

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  13. Nein, einen leeren Schreibtisch den gibt es für mich nicht. Ein leerer Schreibtisch hat keine Spuren, er hat keine Seele, hat keine Geschichten zu erzählen. Ich brauche den Tisch, der umrandet ist von bunten Büchern und schönen Stiften. Von weißen Blättern und voll gedruckten Briefen in der Postablage, darauf wartend, endlich in den dicken Ordnern der Bürokratie abgelegt zu werden. Ich brauche den Bildschirm, mein Tor zu der Welt, mein Wissensvermittler und Wissensdarsteller. Begleitet vom Tastatur-Klavier, das tippend den Rhythmus der Buchstaben spielt, Gedanken vertont und in Worte verwandelt. Ich brauche den Drucker, der imposant am Fenstersims thront, gestützt auf den Rücken eines Bukowski-Romans. Bekritzelte Zettel auf der Tischplatte verteilt, dahinter die Welt, zusammengepfercht im Atlas verewigt. Ein Buch, das beschreibt, wie ich schreibend mich fühle. Die Welt vom Schreibtisch aus erobernd, erzähle ich Abenteuer, erlebe Ideen, erfinde Geschichten, male Bilder mit Worten, lasse mich von Sehnsüchten treiben und schweife ab in die Ferne. Und wenn ich zurück bin von meiner Schreibtischreise, drücke ich auf Enter und lasse meinen Drucker seine Arbeit verrichten, Wörter schwarz auf weiß pressen, sie vorbereiten für den roten Anstrich. Denn das Schlimmste kommt noch. Das weiß auch Bukowski.

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  14. wegen Umzugs
    plötzlich
    schreibtischlos
    fühlte ich mich
    heimatlos
    zunächst
    bis der Küchentisch
    so freundlich war
    mir seine Dienste anzubieten
    ganz einfach
    leergeräumt
    weil ich Platz brauche
    viel Platz
    beim Schreiben
    nicht eingeengt
    oder eingezwängt
    sondern frei

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  15. Impuls 2:
    Es war das gelbe Häuschen, vor dem sie sich jeden Sonntagmorgen trafen. Irgendwo zwischen den letzten Plattenbauten, fünf Minuten Fußmarsch von der Endstation. Alwin hatte sich fest vorgenommen, nie mehr wieder her zu kommen. Aber es war wie mit dem Rauchen. Und der aufgehenden Sonne, deren erste orange-rote Strahlen über das Feldermeer huschten, sah er auch gerne zu.

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  16. Vorrecht

    Seit ich denken kann, seit dieser Schreibtisch aus den ehemaligen Beamtenräumen der PVA, der Pensionsversicherungsanstalt zu uns übersiedelte, mit übelriechender brauner Patina der kettenrauchenden Sachbearbeiterin die schon vor Jahren pragmatisiert wurde und nur noch die Zeit bis zu ihrer Pensionierung auf einem fetten Bürosessel davor absaß, seit dieser Übersiedlungsaktion stehe ich an dieser rechten Ecke. Carvepharm die rote Aufschrift auf schwarzem Hintergrund, der abgebrochene Henkel, mein Bauch gefüllt mit unzähligen Stiften, Kulis, Bleistiften, ausgetrockneten Filzschreiberlingen und einigen, beinahe schon pulverisierten Flügeln toter Fliegen. Seit beinahe 20 Jahren. Ich denke nicht daran. Vor Jahren wurde ich dort platziert und ich sehe nicht ein weshalb ich jetzt einer hochglanzpolierten, pseudodesignten Edelstahlaktenablage Platz machen sollte. Pseudodesign vom Billigsten. Nein, dieses passt so absolut nicht zum restlichen, chronischen Chaos dieses Cifbehandelten Schreibtisches. Nein ich weigere mich, habe sämtliche Utensilien auf meiner Seite. Alleine die noch zu bezahlenden Rechnungen mit ihren penetrant daliegenden Zahlscheinen weigern sich, sich in dieses kühle, metallene Ding zu legen, auch nicht nach erfolgter Onlineüberweisung. Alle sind auf meiner Seite. Alle. Sämtliche Scheren haben ihre Spitzen schon gegen die rechte Ecke gerichtet, falls es doch zu Verteidigungsmaßnahmen meiner Seite kommen müsste. Oh wie gerne würden meine spitzen Gefährten ihre Kratzer auf dem Edelstahl hinterlassen. Ich spüre es förmlich. Und die Eddings, in allen Farben sind sie einsatzbereit. Wasserfest, permanent auf allen Materialien.
    Wir sind bereit im Kampf gegen diesen Eindringling. Im Kampf für mein Vorrecht, mein ersessener Platz als Schreibzeugtasse rechts hinten am ehemaligen PVA Schreibtisch.

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  17. Impuls 2: Vier mögliche Anfänge

    – Ich habe fest vor demnächst einen Baum zu umarmen und ich denke es könnte sich so anfühlen als wäre ich eins mit der Welt. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gerade von der Welt umarmt fühle. Womöglich könnte es mit den Pandemiemaßnahmen zu tun haben, durch welche „die Umarmung“ thematisiert und bewusster geworden ist und das nun zu Reflexionen darüber anregt. Oder daran, dass mir seit dem Bachmannpreis-Gewinnervortrag der Gedanke an jene Umarmung nicht mehr aus dem Sinn geht. Zu sehr hat mich die Dankbarkeit in diesem Text erreicht und bereichert. Wie kann das Glück größer und man mehr zu Hause sein als in einer Umarmung wie Helga Schubert sie mit ihrem Mann beschreibt.
    Was kann man vom Leben mehr wollen. Mein Ehemann umarmt mich. Ich umarme ihn. Wir umarmen uns.

    – 4 Anfänge und 4 Sätze sollen es werden und ich bin gespannt was es wird.

    – Irgendwas hat sich verändert und ich glaube es ist zum Guten.

    – Die Überraschungen des Lebens mögen facettenreich sein, und sind allesamt stets überraschend.

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  18. Ich liege auf einer Wiese aus Polypropylen. Meistens auf dem Bauch. Manchmal im Schneidersitz. Wenn die Sonne scheint, dann steig‘ ich durch die Balkontüre hinaus aufs Grüne. Mittendrin. Mit einem Glas Wasser und dem Mac. Das Smartphone lass‘ ich so gut es geht im Haus. Ich kann es einfach nicht lassen Brot- und Kuchenrezepte zu googeln. Die permanent zankenden Nachbarskinder stören mich selten. Außer wenn der Bub seine kleine Schwester ärgert. Dann werd‘ ich parteiisch und meine Texte erhalten unbewusst einen grantigen Hauch. Doch für gewöhnlich bin ich ruhig. Und dann gibt es nur noch mich und das digitale Blatt Papier. Lange ist es blank. Fast so weiß wie meine Beine. Ich sitze nicht den ganzen Tag daran. Nur ein paar Stunden. Aber dann bin ich da. Bei mir. Und dann kann es passieren, dass ich es vergess‘. Dass die Wiese nicht echt ist. Aber das macht nichts. Das Gefühl ist es doch.

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  19. Schreibtisch

    Eine weiße Holzfläche vollkommen unbeschrieben. Wie ein Blatt Papier auf dem noch keine Silben liegen. Es wirkt verschlafen, verstaubt und unentdeckt, werden wir bald befreit sein, beschwingt und geweckt. Rundherum ist es frei, wir können uns in alle Richtungen biegen. Wir beide sind eins und bereit zum Fliegen. Mein Schreibtisch ist weiß, leergefegt und pur und rein, komplett frei für jegliche Vorstellungskraft um alles was er sein will zu sein. Er ist wandelbar, ausziehbar und unscheinbar. Er ist da. Stets bereit für das was kommen mag, taucht er mit mir ein in eine neue Welt, die des Schreibens, wenn die Schreibliebe neue Geschichten erzählt. Die Finger schlagen auf die Laptoptasten ihre Zeilenmelodie, wie es am Ende klingen mag weiß ich vorher selber nie. Hinter uns tanzt die Sonne zum Fenster herein, während wir vertieft festgewurzelt zwischen den Zeilen verweilen. Meine Gedankenranken wachsen das Tischbein empor vorbei an Kanten und Ecken, es öffnen sich die letzten Gedankenschranken bevor mir gleich klar wird es gibt nichts wovor wir uns verstecken, sollen, höchstens wenn wir es wollen. Ich lasse los und halte fest, so ist das mit dem Schreiben, bin gut gestützt durch meinen Tisch und kann mich endlich zeigen.

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  20. Ein schwieriges Jahr in Innsbruck
    Langsam schickt die Sonne ihre ersten Strahlen über die Nordkette. Draußen ist ein gemächliches Rauschen vom Fluss zu hören. Die ersten Vögel zwitschern leise im Hintergrund und ich stehe hier und spüre meine müden Beine. Ich erinnere mich zurück, an meine besten Jahre, damals, als ich noch frisch lackiert mit dem goldenen Dachl um die Wette glänzte. Ich war das Herzstück des Zimmers mit meinen beachtlichen 150 kg Massivholz und den prunkvoll geschnitzten Beinen. Jedoch jetzt erinnert mich jeder Tag an mein beachtliches Alter. Meine Beine knacksen, wenn mein Eigentümer mir zu nahe kommt. Meine Schubladen quietschen, wenn man sie öffnet. Das Schlimmste kommt erst … meine Oberfläche erinnert auch nur noch spärlich an die glanzvollen Tage, an denen der Lack noch komplett war. Kurzum, die guten Jahre sind vorbei.
    In Angst und Schrecken hat man mich kürzlich versetzt, als ich ein Gespräch mitbelauschte und mein Eigentümer sagte, er wolle aus mir Brennholz machen. Bei aller Freundschaft, ich bin schon fast eine Antiquität, ich gehöre doch nicht verbrannt! Aber da hat es meinem Eigentümer einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Homeoffice ist er …. und das nicht nur zwei Wochen. Nun heißt es die nächsten Wochen von zu Hause arbeiten und das natürlich vom guten, alten, nicht mehr geschätzten Schreibtisch aus. Da bin ich noch mal knapp dem Feuer ausgekommen, aber wer weiß, wie es für mich weitergeht. Man hat es halt nicht einfach als guter, alter Schreibtisch.

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  21. Mein Schreibtisch

    Mein Schreibtisch steht in meinem Zimmer. Am Fenster. Von draußen ist das fröhliche Gezwitscher der Vögel zu hören, die sich in der Dachrinne ihr Nest bauen. Immer wieder fliegen sie hin und her. Dabei schweift mein Blick ab und richtet sich auf die grüne Wiese, die sachte am Horizont den grauen Himmel berührt. Nur ein Sonnenstrahl fällt in mein Zimmer, auf meinen Schreibtisch. Er zeigt genau auf den Notizblock, den ich vorsorglich neben meinen Laptop gelegt habe. Daneben ruht ein Bleistift. Vorsorglich ist auch er gespitzt, denn ich bin ja vorbereitet. Auf das Schreiben. Meine Gedanken sind viel zu unordentlich, zu unkoordiniert, um direkt den Weg ins Computerprogramm zu finden. Sie wollen gezeichnet werden, gekritzelt, verbunden, durchgestrichen und ergänzt. Mein Schreibtisch steht da und wartet auf mich. Geduldig, gespannt, geräumig. Ich setze mich nun langsam hin und stelle meine große Tasse Kaffee daneben ab. Noch einmal vor und zurück mit dem Stuhl, bis ich angenehm dasitze. Meine Beine verschränke ich im Schneidersitz und atme tief durch. Langsam steigt mir der unverwechselbare, wärmende Geruch einer frisch gebrauten Tasse Kaffee in die Nase. Nun riecht es nach Schreiben.

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  22. Mein Schreibtisch ist eigentlich ein Esszimmertisch. Auf ihm befinden sich in diesem Moment:

    1 Bosebox,
    1 rechtes respektive linkes Pendant zur ersten Bosebox,
    1 Verbindungskabel von der Bosebox zum Laptop
    1 Laptop
    1 Minitischchen, das bei seiner Herstellung wohl als so eine Art Tabletttischchen fürs Bett gedacht war und jetzt als Überführung für meinen Laptop respektive Unterführung für diverse Schreibtischutensilien dient.
    1 Schreibtischlampe
    1 dickes, blaues Notizbuch, geschlossen
    1 dünnes , blaues Notizheft, offen
    1 beschrifteter Bierblockzettel dazwischen
    2 Kugelschreiber darauf
    der Tisch darunter
    auf dem Tisch weiters:
    1 Plastikflasche, bereits mehrmals wieder befüllt, aktuell zu etwa ¼ mit Leitungswasser
    1 Remotetastatur
    1 Remotemaus
    1 Empfänger für die Remotetastatur und die Remotemaus, im Laptop
    2 kleine Finger
    2 Ringfinger
    2 Mittelfinger
    2 Zeigefinger
    2 Daumen
    2 Handgelenke
    2 Unterarme, etwa bis zur Hälfte
    2 Ringe
    1 Laptopladekabel, schwebend über der Tischplatte weil gespannt zwischen Laptopladekabeleingang und Tischkante
    Teile der Netz- und Verbindungskabel der Boseboxen.

    Mein Schreibtisch ist eigentlich ein Esszimmertisch. Vielleicht bin ich deshalb beim Schreiben immer hungrig.

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  23. Grenzlinien
    Ich bin in einer sehr sehr alten Karte
    Ich habe alle meine Formeln in der Zeit einer alten Stadt verlassen
    Mit einem Liebesmotiv überschreite ich allmählich die Wahrscheinlichkeitsgrenze.( * )
    ( * ) Fußnote
    Ich sticke eine neue Stimme in meinem Gesicht, schaue dich an,
    Ich passiere den zerrissenen Ort der Karte, indem ich die Hoffnung auf transzendente und enge Zeiten analysiere.
    Welche Ära ist meine Rebellion Liebling, die Grenzen meiner Hände Testament heute Abend mit einem feinen Rituel
    mit Liebe und Bewusstsein Rechtschreibung und Zeit dieses Gedichts, das Sie lesen
    Ich stelle mir die Einsamkeit einer ungeschriebenen Kultur in meiner Haltung vor, Unsere Möglichkeiten entsprechen unweigerlich der Dialektik von Leben und Fortschritt. Ich wiederhole die Fragen nicht, ich öffne die Stadt und die Zeit für dich. Wisse, dass ich gehört habe, wie die Wahrheit leise durch alle Geheimnisse geht. Ich bewege mich jetzt sanft und betone den Nachhall der Liebe zur Arbeit Ich fange an, die Arme der verbotenen Räder zu drehen, die mit all meiner Kraft verborgen sind. Die Schneeglöckchen meines Herzens öffnen sich heute Abend in allen Regionen.
    Ich ließ alle Türen offen, die Grenzen der Zeiten, in denen ich vorbeiging, Ich ließ das Volkslied der Wahrheit als Spur hinter mir und die gleiche Skala in meinen Händen neuen Ängsten zu widerstehen, um nicht zu verlieren, auch wenn ich noch nicht erreicht habe Die geschlossenen Türen vor mir weinen immer an den Zähnen vorbei.
    Ich habe die Konzepte gelesen, ohne sie auf die letzte Seite zu bringen Ich webe alle meine Ausrufe in den langen dunklen Passagen, dem Auge des Falken.
    Ich interpretiere alle meine Werte in der Asche epischer Feuer mit ihren Erzählungen Ich rufe von einer sehr alte Karte …
    Ich schaue auf meine letzten Grenzlinien, während ich mich leise nähere Geräusche, Farben, entfernte Gewinne, enge Niederlagen, der Regen der Geschichte zuerst dann wurden die Trennung des Ergebnisses und die Betonung der Betonung meine Schritte, Ich gehe, mein Fluss, mein Gewicht, ich weiß nicht, wie viele Nächte sie ihre Morgendämmerung gefragt hat.
    Ich habe die Geschichte entlang der Grenzen gestickt und auf den Boden meines Gesichts geschaut. weder vor dir noch nach Möglichkeiten, ein langes Lied der liebe. Hier ist mein unberührtes und weiches und klares Auge
    Hier bin ich für dich sanft UNBEGRENZT.

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  24. Es gibt da ein Zimmer. Ein kahles, spartanisches Zimmer. In diesem Zimmer gibt es genau ein Möbelstück. Einen Schreibtisch. Keine Bilder an den Wänden, keinen Teppich, keinen Lesesessel, ja nicht einmal eine nette Lampe, die von der Decke baumelt. Nur einen Schreibtisch. Auf diesem Schreibtisch steht ein Laptop, kalt leuchtet sein blaues Licht in den Raum, in dem nichts steht, bis auf einen Schreibtisch. Und ich sitze vor diesem Laptop, dessen leeres Licht in den Augen brennt und der auf diesem kahlen Schreibtisch in diesem kahlen Zimmer steht. Ich will schreiben. Doch der Raum ist zu kalt, zu uninspirierend. Ich starre an die trostlose weiße Wand.
    Doch dann: ein warmer Lichtstrahl scheint durch mein Fenster und streichelt meine Haut gleichermaßen wie meine Seele. Und auf einmal ist die Wand nicht mehr nur weiß, sondern besteht aus vielen Strukturen, welche sich bewegen und verspielte Muster hervorbringen. Und plötzlich ist mein Schreibtisch nicht mehr kahl und leer, plötzlich stehen Bücher darauf, ein Bild von mir und meiner Schwester, ein Pendulum und ein bronzener Schriftzug. Und an meiner Wand vor dem Schreibtisch hängen Bilder, und der Raum ist nicht mehr kahl und leer, sondern in der Ecke steht ein Lesesessel und hinter mir ein Bett.
    Und auch der Bildschirm vor mir ist nicht mehr leer, denn ich fange die Geschichten ein, die mir der Lichtstrahl erzählt. Und ich schreibe die Schlachten nieder, die die Strukturen an der Wand bilden. Und die Erlebnisse mit meiner Schwester rinnen mir aus den Fingern und auf den Bildschirm.
    Und ich bin glücklich.

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